NetWork.21 Newsletter
Ausgabe 04/2009

22. Juli 2009

projekt-network21.com

Die Themen des NetWork.21 Newsletters:

NetWork.21 auf großer Bühne
Fachtagung in Berlin

NetWork.21 weltweit sichtbar
Der Film zum Projekt

"Das Mentoring hat mein Leben verändert"
Akademie-Projekte an einem Wendepunkt

Creativity through Diversity
Früchte einer Schreibwerkstatt

Von der Prozessoptimierung zum Transfer
Aus der wissenschaftlichen Begleitforschung

"Einfach machen!"
Ein Training zu Existenzgründung, Selbständigkeit und Freiberuflichkeit in der transkulturellen Gesellschaft

Ein großes Wiedersehen
Zwischentreffen, Berlin, 24. bis 25. Mai 2009

Das Spekturm war groß
Nachtreffen des Mentorigzyklus 2008

Einträge im NetWork-Gästebuch
Was Beteiligte über das Projekt sagen

Terminhinweise

 

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NetWork.21 auf großer Bühne

Fachtagung in Berlin

Auf der Fachtagung der Thomas-Morus-Akademie Bensberg in Berlin konnten die Gäste auf den Präsentationswänden und auf den Bannern des Projekts die ersten Eindrücke über NetWork.21 gewinnen. Was war/bedeutete NetWork.21 für die Mentorinnen und Mentoren sowie Mentees in den letzten drei Jahren?

"NetWork.21 ist ein Stück gemeinsam laufen, egal aus welcher Richtung man gerade kam.“ (Doris, 27) "Das Projekt NetWork.21 vernetzt Menschen unterschiedlicher Kultur, unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichem akademischen Hintergrund." (Serkan, 28) "Network.21 steht für die Weitergabe von Wissen und Erfahrung an junge Menschen mit der Motivation, Positives zu bewirken." (Carsten, 44)

Die Fachtagung "Mentoring in einer transkulturellen Gesellschaft - Erfolgsfaktoren für den Transfer von Wissen und Erfahrungen" fand am 25. Mai im Umweltforum Auferstehungskirche in Berlin statt. 130 TeilehmerInnen aus der Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik waren aus ganz Deutschland angereist, um sich über die Ergebnisse des Projektes zu informieren, neue Eindrücke und Einblicke zu gewinnen, sich zu begegnen, gemeinsam miteinander zu diskutieren, wie es weiter gehen könnte. NetWork.21 befindet sich in seinem dritten und letzten Mentoring-Durchgang als Modellprojekt.

Politik spricht von Erfolgsmodell

Akademiedirektor Dr. Wolfgang Isenberg eröffnete die Fachtagung und unterstrich bei seiner Rede die Besonderheit des Projektes: "Das Engagement für NetWork.21 hat sich gelohnt. NetWork.21 ist ein hoffnungsvolles Laboratorium für gesellschaftliche Zukunft und die Zukunft geht nur gemeinsam. Positive Erfahrungen schaffen Vertrauen, das wir brauchen, um die kommenden Herausforderungen zu meistern."

"Ziel dieser Tagung ist es", sagte Annette Niewöhner, Referatsleiterin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: "die Energie und Kreativität dieses besonderen settings zu nutzen und dafür zu werben, diese Form des Mentorings auch an anderen Orten und in anderen Regionen, in anderen Strukturen einzusetzen und zu erproben". Weiterhin hob sie hervor, dass Integration keine Einbahnstraße sei, sondern die Kunst des gemeinsamen Wandels.

Bilanztagung - Dr. Hermann Kues

Bei seiner Rede betonte der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Hermann Kues, das über drei Jahre hinweg geförderte Projekt Network.21 habe sich in diesem Zusammenhang als Erfolgsmodell erwiesen. "Unabdingbare Voraussetzungen für ein friedliches und gutes Miteinander sind die Anerkennung von Verschiedenheit, die Wertschätzung von Vielfalt und der Respekt vor dem Anderen", fügte er bei seinem Vortrag hinzu.

Dörthe Jung, die wissenschaftliche Begleitung des Projektes, zog folgende Bilanz ihrer Untersuchungen: "Konzept und Erfahrungen von NetWork.21 haben sich mit ihrer bewussten Verknüpfung mit den Herausforderungen interkulturellen Zusammenlebens und Chancengleichheit der Geschlechter als 'Gute Praxis' für Mentorings erwiesen und neue Chancen für individuelle und zivilgesellschaftliche Veränderungsprozesse eröffnet".

Für die Teilnehmer hat die Chemie gestimmt

Bilanztagung

"Die berühmte 'Chemie' zwischen uns hat einfach gestimmt", sagte der Mentee Murat Özdemir über seine Tandem-Beziehung im Projekt. "ich habe vor allem gelernt, Situationen aus mehreren Perspektiven zu betrachten, um eine Lösung herbeiführen zu können." Sein Mentor Carsten Alex, selbständiger Coach und Berater, nennt das Projekt "sehr belebend und erfrischend, durchaus herausfordernd, spannend und wertschätzend - sowie erfolgreich! Wir haben einen konkreten Einblick in das Denken und Fühlen der jüngeren bzw. älteren Generation erhalten und dabei erfahren dürfen, dass bedingungsloses Vertrauen und gegenseitiger Respekt weder Alter noch kulturelle oder religiöse Grenzen kennt."

In einer Gesprächsrunde wurde über das Thema "Mentoring in der Transkulturellen Gesellschaft" mit Vertretern aus der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und mit Mentorinnen und Mentoren aus dem Projekt NetWork.21 diskutiert. Der Mentor Dr. Olaf Böttger, Product Information Manager, schilderte seine Motivation, warum er zum zweiten Mal Mentor bei NetWork.21 ist: "Ich stelle meine umfangreichen Coachingerfahrungen gerne jungen Menschen im Berufseinstieg zur Verfügung. Nicht nur der Mentee lernt etwas von mir, sondern ich lerne auch von ihm." Alle Diskutantinnen und Diskutanten sowie die Gäste waren sich einig, die gesammelten Erfahrungen aus NetWork.21 könnten in Betrieben, Organisationen, Verbänden und Kommunen für interkulturelle Wachstums- und Veränderungsprozesse sorgen.

(Autorin: Filiz Elüstü)

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NetWork.21 weltweit sichtbar

Der Film zum Projekt

Bei der Fachtagung in Berlin hatte auch ein Film zu NetWork.21 Premiere. Er stellt die Philosophie und die Vielfältigkeit des Projektes im Vordergrund. Im Film schildern Tandems, Mentorinnen und Mentoren sowie Mentees und Arbeitskreismitglieder ihre Motivation und Erfahrungen im Rahmen des Projekts und wünschen sich: "das Projekt soll weiterlaufen und viele Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sollen vom Projekt noch profitieren. Es soll niemals aufhören mit NetWork.21".

Der Film kann jetzt im Internet angeschaut werden:
+ http://diefilme.com/service/menti_vid/stvfla7x.html
+ http://www.youtube.com/watch?v=LFrQcxOs0QU

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"Das Mentoring hat mein Leben verändert"

Akademie-Projekte an einem Wendepunkt

Steuerungsgruppe

Warum sich Filiz Elüstü so sehr für Migranten einsetzt, kann sie selber nicht beantworten. Sei es zunächst im Merhaba-Projekt, danach Beraberce und jetzt NetWork.21. Alles erfolgreiche Projekte, die in Bensberg, in der katholischen Thomas-Morus-Akademie, erfunden wurden.

Die Projekte bauen aufeinander auf, passen sich den veränderten Lebenswirklichkeiten der "MigrantInnen" an. Merhaba zum Beispiel, entstanden vor 11 Jahren, hatte sich ausschließlich an türkischstämmige Studierende und Akademikerinnen gewandt. In Seminaren wurden sie mit ReferentInnen zusammengebracht, die ihnen aus ihrem Berufsalltag erzählten bzw. Tipps für den Einstieg in den Beruf gaben. Beraberce ging einen Schritt weiter, öffnete sich auch anderen Nationalitäten und bot nun auch Männern ein Forum an.

Auch bei NetWork.21, dem Folgeprojekt, steht die Beratung und Unterstützung im Vordergrund. Die Beziehung zwischen denen, die der Beratung bedürfen und denen, die beraten werden, sind jedoch fließend und sehr persönlich. Jeweils ein Berater, der Mentor, widmet sich fast ein ganzes Jahr lang seinem Schützling, dem Mentee. Berufliche und private Fragen werden dabei erörtert. Es ist nicht nur der Mentor der gibt. "Ein guter Mentor", so Filiz Elüstü, "lernt auch immer von seinem Mentee."

Das Netzwerk bleibt auch nach dem Mentoring

Despina Sivitanides hat während der Phase des Mentorings ganz besondere Erfahrungen gemacht: "Meinen Migrationshintergrund kann ich gewinnbringend einbringen, das ist nichts, wofür ich mich schämen muss. Das habe ich hier gelernt." Die 29-jährige bezeichnet die Phase des Mentorings als einen großen Segen für ihr Leben. Zumal sie auch gelernt hat, ihre Vorurteile über Bord zu werfen. "Ich bin griechischstämmig und hatte von meinen Großeltern viele Vorurteile gegenüber Türken übernommen. Dann sitze ich mit Türken an einem Tisch, wir lachen, arbeiten, planen zusammen. Unglaublich. Was für eine Bereicherung."

Ihre Mentorin, Antje Schultheis, betont, dass das Mentoring nicht eine Einbahnstrasse ist: "Das Mentoring und der Austausch mit den anderen Mentoren ist auch für mich sehr inspirierend: Vor allem aber hat mich der Mut meiner Mentee, für ihre Überzeugungen und ihre Ideen aktiv zu werden, sehr beeindruckt."

Die beiden Frauen führen auch außerhalb von NetWork.21 ihre Treffen, private wie berufliche, fort. Für Antje Schultheis, Projekt-Managerin, ist es selbstverständlich, dass sie ihren Schützling nicht plötzlich alleine lässt. "Es gibt Zeiten, wo ich froh bin, wenn ich mich Jemandem anvertrauen kann. Heute noch, wo ich im Beruf stehe. Das ist mit ein Grund, warum ich das Job-Netzwerk 'Spinnen-Netz' ins Leben gerufen habe. Gleichgesinnte, die sich helfen."

Projekt-Zukunft noch ungewiss

"Je schlechter die Wirtschaftslage, umso wichtiger wird die Eigeninitiative und das gesponnen Netz" so Filiz Elüstü. Deswegen ist sie optimistisch, was die Zukunft betrifft. Denn so viele Freunde und Befürworter NetWork.21 auch hat, das Projekt lief drei Jahre und wird nun eingestellt. Bei der Abschlussveranstaltung, Ende Mai in Berlin, richtete Herman Kues, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zwar Grüße von Ursula von der Leyen aus. Denn ihr Ministerium hat NetWork.21 finanziell unterstützt - wie es weiter gehen wird, steht aber auf einem anderen Blatt.

Filiz Elüstü ist optimistisch. "Ich habe schon einige Projekte betreut. Gerade bei der Migrations- und Bildungsarbeit muss man einen langen Atem haben. Den habe ich. Sonst würde ich diese Arbeit nicht seit 12 Jahren machen."

(Autorin: Kadriye Acar, freie Journalistin)

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Creativity through Diversity

Früchte einer Schreibwerkstatt

Schreibwerkstatt

Am 9. und 10. Mai haben sich rund 20 TeilnehmerInnen zum Seminar "Creativity Through Diversitiy" in der Thomas Morus Akademie in Bensberg getroffen. Im Mittelpunkt des Seminars stand die Auseinandersetzung mit eigenen Migrationserfahrungen, der eigenen Identität und mit den besonderen, oft spannenden und auch unterhaltsamen Gegebenheiten der transkulturellen Gesellschaft, in der wir leben. (Der Newsletter 9 berichtete darüber.) Hier dokumentieren wir einige Ergebnisse der Schreibwerkstatt.

Transkulturalität

Ich möchte eine Frau sein. Mich bei den Männern beliebt machen. Ich träume davon, ein herrliches Kopfballtor zu erzielen, während die Menge mir zujubelt. Ich will mich nicht zurückziehen, beleidigt sein, flüchten. Gegenangriff! Der Wohlstand, die Sicherheit! Dafür lohnt es sich zu kämpfen.
Nur wer Reife zeigt, kann auch Toleranz aufbringen. Demonstrieren für Freiheit und Bildung. Gott und meinen nächsten dienen.
Arbeit, Essen und Vergnügen: Das ist es, was uns glücklich macht.
Thomas Ahrens

Eine tolle Sache

Deutsche und Migranten in Köln! Klingt sehr gut!
Auf dem Weg hierher zeugt aber nicht viel von Toleranz und Miteinander.
Polizei, Stacheldraht und eine Demo gegen Muslime.
Dabei hatte die Stadt vor Rund 17 Jahren mit ihrer Kampagne
„Arsch huh, Zäng ussenander!“ doch eine umfassende Aktion gegen
Intoleranz und Rechte Gewalt gestartet?!

Ein paar Kilometer weiter für mich das Gegenteil:
Ein schönes Wochenende, das Haus strahlt Ruhe und Frieden aus.
Deutsche und Migranten zusammen, das Gespräch suchend,
gegenseitiges Verstehen, Geschichten erzählen.
Toleranz, Multikulti, Du und Ich.
Ist doch eine tolle Sache!
Volker Nicolai

Olgas Timer (für Olga Hergert)

Der Timer ist für Olga ein sehr deutsches Ding. Eigentlich tut sich Olga mit Dingen schwer, sagt sie von sich selbst. Sie besitzt keine Dinge, die symbolisch aufgeladen wären. Trotzdem bedeutet ihr der Timer sehr viel: Darin steckt mein ganzes Leben, sagt sie. Bis zur elften, zwölften Klasse hatte sie wenig mit Agenden zu tun. Doch damals begannen Olgas Freundinnen, ihre Leben in Timer zu schreiben. Verabredungen konnten dann nur getroffen werden, nachdem die Freundin einen Blick in den Terminkalender geworfen hatte. Das fand Olga damals ziemlich albern. Doch inzwischen geht es ihr selbst so. Seit dem Schulabschluss hat sich der Timer in ihr Leben geschlichen, findet Olga. Und sie hat eine Erklärung dafür: Ich habe meinen Horizont gesprengt, sagt sie. Denn nach der Schule kamen Studienverpflichtungen und parallel dazu Job (Olga hat sich ihr Studium selbst finanziert). Inzwischen trägt Olga sogar Termine mit ihrer Familie in den Timer ein. Die wiederum kann das nur schwer nachvollziehen: Die russischen Verwandten halten Olgas Gewohnheit, alles in den Timer einzutragen, für ziemlich übertrieben. Vielleicht denkt Olga etwas Ähnliches, wenn sie von sich sagt: Eigentlich mache ich gar nicht so viel. Aber: Alles hat seine Uhrzeit. – Schlimm, wie getaktet die anderen Mädchen sind, dachte Olga früher. Heute ist sie selbst getaktet. Vielleicht mehr, als sie will.

(Autorin: Autorin: Carola Gruber)

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Von der Prozessoptimierung zum Transfer

Aus der wissenschaftlichen Begleitforschung

Dörthe Jung UnternehmensberatungFür diesen Newsletter möchten wir über den Stand der Auswertung für die Abschlussevaluation berichten. Unsere Aufgaben in dem Modellprojekt NetWork.21 waren in den drei Jahren unterschiedlich fokussiert. In den ersten beiden Tandemzyklen 2007 und 2008 haben wir primär die Funktion der Qualitätssicherung und Prozessoptimierung übernommen. Das heißt, wir haben die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung (WIB) im Hinblick auf die Verbesserungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Projektbausteine bewertet, diese dem BMFSFJ und dem Projektteam der TMA vermittelt und Empfehlungen für konzeptionelle Optimierungen ausgesprochen. Dadurch wurden u.a. die einzelnen Werbephasen um eine gendersensiblere Ansprache erweitert, das Auswahlverfahren ab dem zweiten Durchgang mit Beteiligung der Mentees durchgeführt (partizipatorisches Auswahlverfahren), den Mentees und den Mentor/innen vor Beginn der Tandemarbeit mehr Zeit zur Auseinandersetzung mit dem Projektansatz von NetWork.21 und ihrer jeweiligen Rolle in den sogenannten Einführungsveranstaltungen gegeben.

Zur Qualitätssicherung und Prozessoptimierung haben wir in Form von Konzeptberatung, Feedback über Auswertungen der eingesetzten Befragungsinstrumente, Dokumentation und Berichterstellung beigetragen. Mit dem dritten und letzten Mentoringzyklus in 2009 konzentriert sich die WIB auf den Aufgabenbereich der Abschlussevaluation. Hierbei geht es stark um die Identifizierung von Gute-Praxis-Kriterien und positiven Rahmenbedingungen für den Transfer von Projektbausteinen, die zu dem positiven Erfolg von NetWork.21 beigetragen haben. Dabei interessiert auch, ob und wie diese sich künftig auch auf andere (neue und/oder schon bestehende) Mentoringprojekte als Gütekriterien übertragen lassen.

Für die Abschlussevaluation werten wir alle Befragungsinstrumente der drei Mentoringdurchgänge zusammen aus. Das betrifft hauptsächlich die umfangreichen, standardisierten Befragungen. Die Mentees haben wir jeweils zu Beginn und am Ende ihrer Teilnahme schriftlich befragt. Hier liegt uns jetzt schon die Auswertung der drei Erst- Befragungen vor, in denen es vor allem um die Erfahrungen und Ressourcen der Mentees vor ihrer Projektteilnahme ging. Einige Ergebnisse haben wir auf der Fachtagung im Mai in Berlin vorgestellt. Die Auswertung der Abschlussbefragung der Mentees wird erst nach dem offiziellen Ende des Projekts erfolgen können, da die Bögen erst im September an die Mentees verschickt werden. Die Mentor/innenbefragung dieses Zyklus lief noch bis zum 6.Juli. Die Mentor/innen sind nur jeweils ein Mal im Projektverlauf befragt worden, hier stehen die Erfahrungen in der Tandembeziehung und das eigene Engagement im Zentrum. Wenn wir einen 100 prozentigen Rücklauf bei allen Befragungen (gehabt) hätten, dann könnten wir unsere Aussagen auf eine Gruppenstärke von je 63 Mentor/innen und Mentees beziehen. Leider ist dies nicht der Fall, allerdings hoffen wir noch bei der Mentor/innenbefragung und der abschließenden Menteebefragung auf eine hohe Rücklaufquote.

Auch die Feedbackbögen der Seminare des Begleitprogramms und der Auftakt-, Zwischenbilanz- sowie Bilanztagungen der drei Zyklen sind Teil der Endevaluation des Modellprojekts. Die Ergebnisse der standardisierten Befragungen werden je nach Fragestellungen immer auch mit Erkenntnissen, die mit qualitativen Instrumenten gewonnen wurden, verfeinert und konkretisiert (teilnehmende Bebachtungen; Erfahrungsberichte der teilnehmenden Mentees und Mentor/innen).
Die gesamte Evaluation wird dokumentiert und mündet in einem Bericht, der von der WIB bis Ende 2009 fertig gestellt und dem BMFSFJ ausgehändigt wird. Er wird die Form eines Baukastens mit vier sogenannten ‚Fokusberichten’ und einer Handreichung haben. Diese Form der Berichterstellung soll ermöglichen, dass es mehrere Wege zur Verbreitung der Ergebnisse von NetWork.21 geben kann. So plant das Ministerium nach dem derzeitigen Stand, einige der Fokusberichte auf die Homepage des BMFSFJ zum downloaden zu setzen und die ‚Handreichung’ als Broschüre zu drucken. Wir werden zusammen mit der TMA überlegen, in welcher Form die Teilnehmer/innen und die am Projekt Interessierten über die Veröffentlichungsformen erfahren.

Wir wünschen allen einen schönen Sommer.
Ihr WIB-Team
Dörthe Jung

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"Einfach machen!"

Ein Training zu Existenzgründung, Selbständigkeit und Freiberuflichkeit in der transkulturellen Gesellschaft

Existenzgründung

"Wir wollen Geld verdienen – das ist ja klar!", hieß es, als eine Arbeitsgruppe ihre Geschäftsidee, ein Bildungscamp für Jugendliche, dem Plenum vorstellte. Doch Geld ist nicht die einzige Motivation, die in die Freiberuflichkeit und das Unternehmertum führen kann. Das wurde am Wochenende vom 20/21. Juni beim Training "Und dann gehe ich meinen eigenen Weg…" Existenzgründung, Selbständigkeit und Freiberuflichkeit in der transkulturellen Gesellschaft klar.

"Es kann auch um die Gestaltungsmöglichkeiten und den Freiraum gehen", sagte Rhan Gunderlach, Gründerin der PR-Agentur g+h communication und Mentorin bei NetWork.21. Gerade im kreativen Bereich sei das oft der Fall. Anders als bei einem Handelsunternehmen zum Beispiel stehe hier meist die Selbstverwirklichung im Vordergrund.

Wichtig ist es, eine Vision zu haben: Ein Ziel, das in (ferner) Zukunft erreicht werden soll, zum Beispiel der Traum von einer eigenen Klinik. "Das muss nicht unbedingt in fünf oder zehn Jahren realisiert sein. Aber so eine Vision hilft, die eigenen Handlungen zu orientieren. Und je ferner so ein Ziel liegt, desto sympathischer ist es mir", sagte Carsten Alex. Der selbstständige Coach und Unternehmensberater war Mentor im zweiten Zyklus von NetWork.21.

Existenzgründung

Auf dem Weg zum verwirklichten Traum ist Durchhaltevermögen nötig. Darin waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde – Kadriye Acar (freie Journalistin), Carsten Alex, Faize Berger (selbstständige Unternehmensberaterin und Vorstandsmitglied der Türkisch-Deutschen Industrie und Handelskammer), Yıldıray Cengiz (Geschäftsführer EKIP IntegraM GmbH) und Rhan Gunderlach – einig. Auch Disziplin, Fähigkeit zur Selbstmotivation und zum Selbstmanagement sowie Mut, Entscheidungsfreude, gute kommunikative Fähigkeiten und Spaß am "Netzwerken" wurden als wichtige Eigenschaften für selbstständig Tätige genannt. Doch wie beginnen? Die Frage stellten sich viele der über dreißig Teilnehmer. Ein Konzept schreiben, es Bekannten vorstellen, sich über Fördermöglichkeiten informieren, Beratungsangebote wahrnehmen, Netzwerke aufbauen und pflegen… Und: "Sich nicht zu viele Fragen stellen", sagte Kadriye Acar. Denn Gründe, etwas nicht zu tun, gibt es immer. Kadriye Acars Rat: "Einfach machen!"

(Autorin: Carola Gruber)

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Ein großes Wiedersehen

Zwischentreffen, Berlin, 24. bis 25. Mai 2009

Zwischentreffen

Berlin, ein Zwischentreffen unseres dritten Mentoringzyklus' an einem besonderen Ort und mit einer besonderen Agenda. Der Sonntag und Montagmorgen waren für die Mentees, Mentorinnen und Mentoren und der Montagnachmittag für die große Transfertagung (s.o. den Bericht "NetWork.21 auf großer Bühne") bestimmt.

Am Sonntag war die Freude groß, wieder viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer (auch aus vorherigen Zyklen), das Projektteam, einige aus dem Arbeitskreis und die wissenschaftliche Begleitung, wiederzusehen. Beim schönsten Wetter fand der erste rege Austausch schon vor Beginn des offiziellen Programms auf der Terrasse statt. Es ist immer wieder schön zu erleben, wie sich die Gespräche fließend über die Gruppen-Grenzen von Tandems, Mentees und Mentorinnen/Mentoren hinwegsetzen. Der offizielle Teil setzte die inoffizielle Vorrunde fort, indem alle Tandems ihre Zwischenbilanz präsentierten. Hier wurden dann auch einzelne Problemstellungen aus den Tandems an die Gruppe weitergeleitet, mit der Bitte, Unterstützung zu leisten.

Der späte Nachmittag war u.a. von Diskussionen in einer Mentee- und einer MentorInnen-Gruppe geprägt, um noch etwaige Fragen herauszuarbeiten, die noch nicht in den einzelnen Tandems zur Sprache gekommen waren. Nach dem Abendessen stellte eine Mentee mit Migrationshintergrund die Frage zur Diskussion, inwieweit das Thema "Tanskulturalitiät" im Projekt sichtbar wird "Bei meiner Tandem-Beziehung kommt dieses Thema nicht zum Vorschein. Wir haben bis jetzt auch über das Thema nicht geredet, obwohl ich dieses Thema für sehr wichtig halte, weil wir die Potenziale dieses Landes zum Teil nicht sehen und als Potentiale nicht wahrnehmen." Erst wenn die Mehrheitsgesellschaft die vorgenommenen Wandlungsprozesse durch seine Minderheiten wahrnimmt, könnte sich der Begriff des "Wir" auch für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte öffnen. Hierzu wurden sehr persönliche Geschichten über die Erfahrungen im Ausland ausgetauscht.
Weiterhin wurde über die Zukunft von NetWork.21 gesprochen. Welche Möglichkeiten gibt es? Was können wir tun, um dieses Projekt auf die nächste Stufe zu heben? Alle sprachen sich für eine Fortsetzung des Programms in einer wie auch immer gearteten Weise aus.

Der Abend - auch hier konnten wir wieder das schöne Wetter genießen und bis spät draußen sitzen - war wiederum von viel Austausch geprägt. Manche hatten sich auch noch zu einem kurzen Abstecher in die Stadt entschieden. Aber schlussendlich landete jeder wieder am gemeinsamen Tisch zum gemütlichen Ausklang.

(Autorinnen: Kerstin Reich, Filiz Elüstü)

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Das Spekturm war groß

Nachtreffen des Mentorigzyklus 2008

Nachtreffen

Am 16. und 17. April 2009 fand in der TMA Bensberg ein Nachtreffen der MentorInnen und Mentees aus dem zweiten Zyklus statt. Ein halbes Jahr nach offiziellem Ende der Mentoringphase war die Neugier darauf groß, was sich inzwischen bei den Teilnehmenden getan hatte.

Und das Spektrum war groß: Ob Sabbatsemester als Orientierungsphase, Kulturmanagementerfahrungen in Bulgarien, familiärer Zuwachs oder die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Auftragslage von Selbstständigen - unterschiedlichste Erfahrungen wurden geteilt und mitgeteilt.

Mentees und MentorInnen hielten sich in der Anzahl die Waage und neue Tandemkonstellationen sorgten wie immer für spannenden Gesprächsstoff. Der Übergang zum informellen Teil war fließend und so wurde der mit Spannung erwartete Bericht über das Fortbestehen und die Zukunft des Network.21 in die Kellerbar verlegt. Den Samstag begannen wir mit einem gemeinsamen Frühstück und anschließendem Spaziergang; endlich mal ins Grüne! Beim Austausch über Promotionsstrukturen in europäisch vergleichender Perspektive wurde die reizvolle Umgebung der Akademie erkundet.

Zurück in der Akademie stand der Samstag dann im Zeichen kreativer Kleingruppenarbeit, bei der mit Schere, Stiften, Papier, Photoapparat und mitgebrachten Gegenständen herausgearbeitet wurde, was die Teilnehmenden mit dem Projekt Network.21 und seinen verschiedenen Facetten verbinden. Der Entstehungsprozess der Landkarten, Facettenfächer und künstlerischen PC-Installationen zeigte die Assoziationen von Bewegung, Vielfalt und Veränderungsprozessen zu Network.21. Die Ergebnisse und auch die verschiedenen Herangehensweisen zeugten ein weiteres Mal von der gegenseitigen Inspiration durch die verschiedenen TeilnehmerInnen und der kreativen und produktiven Atmosphäre der Network-Treffen. Diesmal wurde diese Stimmung mit dem Blick auf die Transfertagung von Network.21 in Berlin medial begleitet. Ein Filmdreh und einzelne Interviews zur Teilnahme am Network und den Besonderheiten des Projekts rundeten das Nachtreffen mit einer Selbstreflexion ab.

(Autorinnen: Ursula Offenberger, Claudia Schnatsmeyer)

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Einträge im NetWork-Gästebuch

Was Beteiligte über das Projekt sagen

"Bei NetWork.21 zu sein, ist ein gutes Gefühl" (Carmen, 31)

"NetWork.21 ist ein Stück gemeinsam laufen, egal aus welcher Richtung man gerade kam." (Doris, 27)

"Das Projekt NetWork.21 vernetzt Menschen unterschiedlicher Kultur, unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichem akademischen Hintergrund." (Serkan, 28)

"Network.21 ist der frische Wind, der richtungweisend in meine Segel bläst." (Despina, 28)

"Ein Gleichgewicht zwischen den Stühlen finden!" (Regina, 28)

"NetWork.21 hat mein Leben bereichert." (Estelle, 31)

"Network.21 steht für die Weitergabe von Wissen und Erfahrung an junge Menschen mit der Motivation, Positives zu bewirken." (Carsten, 44)

"Viel Unterstützung in einer harten Zeit" (Swat, 28)

"NetWork.21 bedeutet für mich Chancengleichheit, Freundschaft und Toleranz." (Thomas, 26)

"Das Leben stellt uns die Fragen und wir geben durch unser Leben die Antworten darauf - Projekt NetWork.21 ist eine solche Antwort!" (Julia, 37)

"NetWork.21 schafft es, gelebte Vielfalt, enorme Dynamik, bereichernde Generationenkooperation, spürbaren Bildungstransfer und beeindruckendes Engagement der Zivilgesellschaft zu bündeln." (Olga, 26).

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Terminhinweise

29. bis 30. August (Sa.-So.)
Religion in der transkulturellen Gesellschaft.
Begegnung mit Forschung und Praxis
Orte: Thomas-Morus-Akademie/ Kardinal-Schulte-Haus, Bensberg; DITIB Begegnungsstätte zu Duisburg-Marxloh e. V.

19. bis 20. September (Sa.-So.)
Bilanztagung des 3. Mentoringzyklus
Ort: Thomas-Morus-Akademie/ Kardinal-Schulte-Haus, Bensberg

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Förderung

NetWork.21 wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union.

 

Übrigens

Kennen Sie Kollegen oder Freunde, die auch Interesse am Programm von NetWork.21 haben? Dann leiten Sie diese Informationen gerne weiter

 

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Impressum

Herausgeber: Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Redaktion: Dr. Wolfgang Isenberg, Akademiedirektor (VisdP), Filiz Elüstü, Barbara Baumann
Overather Straße 51-53
51429 Bergisch Gladbach
Telefon 0 22 04 - 40 84 72
Fax 0 22 04 - 40 84 20
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