NetWork.21 Newsletter
Ausgabe 03/2008

25. Juni 2008

projekt-network21.com

Die Themen des NetWork.21 Newsletters:

Der Weinbergspark und viele Straßen ins Leben
Zwei Tandems erzählen von ihren Erfahrungen mit NetWork.21

Mentoring von Bremen bis Freiburg
Projekt-Austausch in Bensberg

Der neue Feminismus
Aktuelle Debatten - von der Begleitforschung reflektiert

"Dann kommen Sie doch einmal nach Berlin..."
Beiratssitzung des Projekts NetWork.21 endet mit einem Kooperationsangebot

Wegen Überfüllung (fast) geschlossen
Ein Seminar voller Vielfalt zum Thema Diversity

Gegen die Zeitfresser
Ein Kompetenztraining zum Zeit- und Selbstmanagement

Networking auf der Hannovermesse
Projektleiterinnen besuchen Gender-Kongress

Jetzt schon: Werben und bewerben
Dritter Mentoring-Zyklus steht vor der Tür

Termine

 

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Der Weinbergspark und viele Straßen ins Leben

Zwei Tandems erzählen von ihren Erfahrungen mit NetWork.21

Was erleben Mentorinnen, Mentoren und Mentees während ihrer Zeit bei NetWork.21? Was ist ihnen besonders wichtig, was - glauben sie - bleibt auch über das Mentoring hinaus? Vier Beteiligte hat der Newsletter befragt.

Orte scheinen eine Rolle zu spielen. Claudia Schnatsmeyer und Julia von Weymarn erzählen beide sofort vom Berliner Weinbergspark. "Neugierig und ein bisschen skeptisch war ich schon, als ich die Stufen zum Café Nola hochstieg. Kann eine Mentorin mit ein paar Jahren Altersunterschied eine erfahrene Beraterin sein?“ erzählt Claudia. Inzwischen bejaht sie diese Frage. Und Julia erlebt es als vertraute Gewohnheit, am Rosenthaler Platz auszusteigen, dem Trubel der vielen Straßen in den Weinbergspark zu entkommen und auf der Terrasse des Cafés Nola ihren schweizerischen Milchkaffee zu genießen. Denn dort trifft sich die Mentorin mit ihrer Mentee einmal im Monat.

Zwei Kulturwissenschaftlerinnen begegnen sich

Claudia Schnatsmeyer hat ein Diplom als Kulturwissenschaftlerin, mit Kulturforschung und -management ihr Studium finanziert, - und einen einjährigen Sohn. Den Weg zu einem Beruf, mit dem sich der Wunsch zu promovieren und das Familienleben vereinbaren und finanzieren lässt, erlebt sich nicht als leicht. Manchmal hat sie den Eindruck, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen zu können. Gemeinsam haben Julia und Claudia schon verschiedene Lösungsmodelle abgewogen und Berufsmotivationen durchdacht. "Dabei sind viel Klarheit und Entscheidungen gefragt", sagt Claudia. "Manchmal sind es aber auch ganz einfache Fragen, die einen weiter bringen. Zum Beispiel, wenn Julia eine Bewerbung mit der Frage kommentiert: Was willst du dort?"

Julia von Weymarn fährt von Hamburg aus zum Weinbergspark. An der Alster hat sie sich im vergangenen Jahr, nach verschiedenen Tätigkeiten u.a. für die Hamburger Kunsthalle, als Beraterin im Kulturmanagement selbständig gemacht. Mentoring bedeutet für sie einen intensiven Austausch über den Lebenslauf, die Weitergabe von Erfahrungen und für ihre Mentee die Findung eines eigenen Profils und geeigneter Ansprechpartner. "Für mich steht der Prozess im Vordergrund", sagt Julia. Dafür bedürfe es auch einer gewissen "afrikanischen Zeitgelassenheit". Die hat die Mentorin vor einem Jahr kennen gelernt, beim Einsatz für eine Hilfsorganisation in Namibia.

Nicht nur Mentees verändern sich

Vielleicht denkt der Mentor Henning Eichinger auch an seine "Kollegin" Julia, wenn er beobachtet, dass nicht nur Mentees, sondern auch manche Mentorinnen und Mentoren in Übergangsphasen stecken. "Bei vielen stellt sich heraus, dass es bei ihnen wichtige und einschneidende Veränderungen im Privaten wie im Beruflichen gibt oder zuvor gegeben hat", sagt der Kunstprofessor aus Reutlingen. Ihm ist wichtig, dass beim Mentoring nicht nur die Jüngeren lernen und sich entwickeln. "Ich mag Lebendigkeit", sagt Henning, und dazu gehörten auch Missverständnisse, "die mir zeigen, wie anders jemand ist."

Zunächst habe er sich lange den Kopf darüber zerbrochen, was seine Aufgabe als Mentor eigentlich sei, erzählt Henning. "Bis mir klar wurde, dass das Jans Aufgabe ist." Jan Rhein, Hennings Mentee, ist Magister der Kulturwissenschaften und hat ein Zusatzstudium für "Deutsch als Fremdsprache" belegt. Dem Sohn eines Entwicklungshelfers, der seine Kindheit im Jemen verbrachte, ist der Kontakt mit sehr unterschiedlichen Menschen wichtig, um dadurch neue Denkansätze und Perspektiven kennen zu lernen. Deshalb mag er am Projekt NetWork.21, dass es "wie ein Platz mit Straßen in verschiedene Richtungen" sei. Er findet hier etwas, "das zwar oft gefordert, in der Realität des massen-universitären Alltags jedoch kaum vorkommt: eine interdisziplinäre Vernetzung auf einem hohen, aber nicht abgehobenen Niveau."

Mentoring bringt Perspektivwechsel

Jan glaubt, die Begegnungen mit seinem Mentor und der Austausch bei den Seminaren des Projekts würden sich auf sein weiteres Leben nachhaltig auswirken. "Ich denke wirklich, dass sich meine Werte etwas geändert haben und dass ich Berufswahl und Lebensplanung nun etwas bewusster angehe." Es sind also Veränderungen und Entdeckungen auf Gegenseitigkeit, die das Projekt anstößt. "Ich stelle manche Ähnlichkeiten mit Jan fest, die ich natürlich nie zugeben werde", sagt Henning Eichinger mit einem Augenzwinkern. Mentoring bedeutet also Perspektivwechsel - manchmal auch ausgedrückt in konkreten Ortswechseln. So soll es auch bei Claudia Schnatsmeyer und Julia von Weymarn nicht beim "Work-Life-balancen" im Berliner Weinbergspark bleiben. "Wir wollen uns endlich auch mal in Hamburg treffen", sagt Claudia. Und mit einer frischen Brise beim Spaziergang an der Alster darf man noch gespannt sein, was gemeinsam bei den beiden entsteht, bevor - wie Julia vermutet - der Oktober viel zu schnell da sein wird.

(Autor & Foto: Gregor Taxacher)

 

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Mentoring von Bremen bis Freiburg

Projekt-Austausch in Bensberg

Im High Noon seiner Modelllaufzeit streckt NetWork.21 seine Fühler in die Nachbarschaft aus und knüpft verstärkt Kontakte zu anderen Mentoring-Projekten. Am 12. Juni trafen in Bensberg Leiterinnen von 12 Projekten zusammen, aus Hamburg und Bremen ebenso wie aus Castop-Rauxel, Freiburg und Dresden.

"Mentoring hat sich enorm verändert", staunte Linda Steger, die seit vielen Jahren im hessischen Mentorinnen-Netzwerk mitarbeitet und jetzt ein neues Projekt an der Freiburger Uni aufbaut. Linda Steger ist auch zweite Vorsitzende des bundesweiten Zusammenschlusses der Mentoringprogramme an deutschen Hochschulen (www.forum-mentoring.de). Ein Instrument, dass in Deutschland vor allem zur Förderung von Hochschulabsolventinnen entwickelt wurde, weitet inzwischen sein Anwendungsspektrum aus: Im Ruhrgebiet begleiten Mentorinnen Schülerinnen mit Migrationshintergrund ins Berufsleben. In Bremen empfangen Mentorinnen und Mentoren Neueinwanderer bei ihren ersten Schritten in der deutschen Gesellschaft. Diese Mentoring-Projekte im Bereich Migration und Integration entwickeln das Konzept von Mentoring für ihre Anforderungen weiter: So werden Nachbarschaftshilfe oder auch Schüler-Nachhilfe in die Begleitung einbezogen.

Migration, Hochschule und Wirtschaft

Neben diesem neuen Bezugsrahmen für Mentoring standen bei dem Fachgespräch die Hochschulen und die Wirtschaft im Vordergrund. Auch an den Universitäten (wie in Essen) ist neben dem Thema der Frauenförderung der interkulturelle Aspekt verstärkt in den Blickpunkt des Mentorings geraten. Aber die Notwendigkeit, Akademikerinnen insbesondere aus Naturwissenschaft und Technik in ihrer Karriereplanung zu unterstützen, hat deshalb nicht abgenommen. In Firmen hat Mentoring als nicht-hierarchisches Förderinstrument eine zunehmende Bedeutung, aber immer noch Schwierigkeiten, sich langfristig zu etablieren, wie Beate Schmidt von der Fraport AG in einem Referat darstellte.

"Mentoring ist ein Wert an sich"

Das Bensberger Treffen wurde von allen Beteiligten als eine erfrischende Horizonterweiterung bewertet. Die Formulierung "Mentoring ist ein Wert an sich" kam plötzlich auf und stieß auf viel Zustimmung, denn der Austausch machte deutlich: Mentoring ist ein zivilgesellschaftliches Instrument zugleich zur individuellen Förderung und zum langfristigen Abbau sozialer Barrieren. Darin besteht sein besonderes Potential für Organisationen, Unternehmen, Wissenschaft, Kommunen und letztlich für die Gesellschaft insgesamt. Die breite Entwicklung des Mentoring-Ansatzes in den letzten Jahren wurde als ein Phänomen betrachtet, dass man weiter aktiv verfolgen sollte. NetWork.21 sah sich am Ende der Tagung mit der Erwartung konfrontiert, den Austausch und die Vernetzung im kommenden Jahr auf eine breitere Basis zu stellen.

 

(Autor: Gregor Taxacher)

 

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Der neue Feminismus

Aktuelle Debatten - von der Begleitforschung reflektiert

In diesem Newsletter möchte ich den Blick über das interne Projektgeschehen und die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung (WIB) hinaus auf Trends in der gesellschaftlichen Debatte richten. In dem Modellversuch NetWork.21 ist ein breites Themenspektrum angesprochen, das sowohl aktuell die Forschung wie auch die Politik beschäftigt. Von hier gehen selbstverständlich Impulse ins Projekt NetWork.21 ein und die Aufgabe als WIB ist es darüber hinaus, Projektergebnisse im Kontext neuester Forschung und politischer Ansätze zu bewerten ("State of Art“).

Für ein Mentoringprogramm, das in seiner Entstehungsgeschichte nicht von dem Feminismus der 70er Jahre zu trennen ist, ist die seit einiger Zeit entflammte Debatte um den sogenannten "neuen Feminismus" interessant. Jüngere Frauen grenzen sich einerseits von den Alt-Feministinnen und ihren politischen Strategien ab, andererseits betonen auch sie, dass trotz formaler Gleichberechtigung weiterhin strukturelle Barrieren für Frauen im Beruf, bei der Karriere und dem Dauerbrenner, der Vereinbarung von Beruf und Kindern existieren. Was ist das Neue? Von der Autonomiebewegung der zweiten Frauenbewegung grenzen sie sich vor allem in einem Punkt ab: Sie wollen nicht gegen, sondern gemeinsam mit den Männern für eine gleichberechtigte Gesellschaft kämpfen. Abgesehen von der medialen Aufbereitung, die primär die Auseinandersetzung als Polarisierung von alten und neuen Feministinnen charakterisiert ("Zickenkrieg"), gefällt mir die Verbindung von Kontinuität (das Anknüpfen an die Themen und Kämpfe der zweiten Frauenbewegung) mit dem Versuch, einen neuen Beginn zu starten und die politischen Themen der Frauen wieder in die gesellschaftliche Öffentlichkeit zu bringen. Dafür ist die Zeit genau richtig, denn es gibt gesellschaftliche Tendenzen einer Retraditionalisierung des Geschlechterverhältnisses und des Wiederbelebens traditioneller Rollenklischees (u.a. das Einfordern einer "Herdprämie“).

Diese öffentlichen Diskussionen bestimmen auf vielfältigste Weise auch die Auseinandersetzung, die in NetWork.21 dem Themenkomplex Gender zugeordnet werden. Wie sehen die unterschiedlichsten Zukunfts- und Lebensperspektiven der jungen Frauen und Männer aus, die im Mentoringprogramm beteiligt sind? Fühlen sich die Frauen völlig gleichberechtigt und haben das Vertrauen, dass ihr beruflicher Karriereweg nur von ihrer Leistung und beruflichem Engagement bestimmt sein wird, dass Geschlechterstereotype und männliche Machtstrukturen in den Unternehmen keine Rolle mehr spielen? Sind die jungen Männer nicht mehr daran interessiert, das patriarchale Rollenmuster des Familienernährers zu erfüllen und reklamieren sie eine gleichberechtigte Beteiligung an der Kindererziehung und den Familienpflichten? Der politische Ansatz der neuen Feministinnen, gemeinsam mit den Männern Veränderungen zu erkämpfen, verspricht meiner Erfahrung nach nur erfolgreich und von einer neuen Brisanz zu werden, wenn eine ernsthafte Auseinandersetzung entsteht über die bestehenden Differenzen, die verschiedenen Wahrnehmungen und die letztlich immer noch bestehenden unterschiedlichen Chancen von Frauen und Männern. Die Gemeinsamkeit braucht einen produktiven Geschlechterdialog. Damit meine ich, dass die bekannten Dialog- und Diskussionsmuster etwa von Vorwürfen, Schuldzuweisungen und Rechtfertigungen, die in den letzten Jahrzehnten die privaten und öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen Frauen und Männern prägten, aufgebrochen werden müssen. Ein produktiver Geschlechterdialog kann nur in einem offenen Klima entstehen, in dem beide Geschlechter Verantwortung für notwendige Veränderungen übernehmen. Und zwar egal, an welchem gesellschaftlichen Platz und in welcher Lebensphase sie stehen, ob im beruflichen, gesellschaftlichen oder privaten Bereich: als männliche oder weibliche Führungskraft in einem Unternehmen und als junger Vater und junge Mutter, die beide ihren Wunsch auf Kinder und an einer Berufstätigkeit realisieren wollen. So gesehen wäre es schön, wenn sich an der neuen Feminismusdebatte auch Männer beteiligen würden und dadurch ein öffentlich geführter, produktiver Geschlechterdialog angeregt wird. Das wäre dann wirklich neu an dem "neuen Feminismus"!

In den Veranstaltungen und Seminare, die im Rahmen von NetWork.21 stattfinden, stehen Fragen des Geschlechterverhältnisses häufig zur Diskussion. Vor dem Hintergrund der "neuen feministischen" Debatte könnte sich das Projekt zu einem Lernort entwickeln, in dem solch ein aufgeklärter und offener Dialog zwischen Frauen und Männern mit unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen entstehen und erprobt werden kann.

(Autorin: Dörthe Jung)

(Hinweis: Zum Ansatz des "neuen Feminismus" vgl. u.a. Sonja Eismann (2008): Hot Topic. Popfeminismus heute. Barbara Streidl, Meredith Haaf, Susanne Klingner (2008): Wir Alphamädchen. Thea Dorn (2007): Die neue F-Klasse. Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird. Im Netz findet man die Debatte in www.genderblog.de und www.maedchenmannschaft.net.)

 

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"Dann kommen Sie doch einmal nach Berlin..."

Beiratssitzung des Projekts NetWork.21 endet mit einem Kooperationsangebot

Am 14. April 2008 trafen sich die Beiratsmitglieder zum zweiten Mal in Bensberg. Neben aktuellen Entwicklungen im Projekt diskutierte die Runde vor allem zwei Themen: Mentoring für Männer und als Elite- bzw. High Potential-Förderung.

Beide Themen wurden sehr engagiert diskutiert. Insbesondere bei der Frage der Eliteförderung unterstrichen die Beteiligten die besondere Perspektive des Projekts NetWork.21. Es geht nicht um reine Eliteförderung, sondern die Chancengleichheit engagierter und fachlich hochqualifizierter Studierender steht im Mittelpunkt.

Engagement wurde im Laufe des Gesprächs auch mit dem Stichwort "Zivilcourage" benannt. Unternehmen suchen nicht die angepassten MainstreammanagerInnen, sondern Menschen, die neben ihrer Fachlichkeit einen Blick für ethische und gesellschaftliche Perspektiven mitbringen und weiter entwickeln. Nicht der "Tunnelblick" auf die eigene Karriere ist gefragt, sondern die Fähigkeit zum "Panoramablick" auf die gesellschaftliche Wirklichkeit.

Um die Unternehmenswirklichkeit im Projekt sichtbar werden zu lassen und eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis zu ermöglichen, sprach Matthias Afting von der Deutschen Bahn eine Einladung nach Berlin aus. Mentees des Projekts können dort mit Führungskräften des Unternehmens diskutieren. Die Begegnung ist derzeit in Planung..

(Autorin: Barbara Baumann)

 

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Wegen Überfüllung (fast) geschlossen

Ein Seminar voller Vielfalt zum Thema Diversity

"Diskussion, Diskussion, Diskussion" - "Mehr Zeit für Austausch" - "Toll wäre, wenn das Seminar länger dauern würde": Das wünschten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Leitungsteam beim Seminar "Diversity, Corporate Culture und interkulturelle Kompetenz. Welche Qualifikationen braucht die Wirtschaft heute?" Eine dynamische Gruppe, die viel diskutieren, austauschen und viele neue Leute kennenlernen wollte, traf sich zum offenen Wochenendseminar für Studierende und BerufseinsteigerInnen am 29. und 30. März in Bensberg.

Die Seminarausschreibung hatte eine Resonanz gefunden wie bisher noch nie im Projekt: Ein überfüllter Seminarraum mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet war die Folge. Die Vielfalt der vertretenen Nationalitäten, impulsive Vorträge und die Diskussionsfreudigkeit der TeilnehmerInnen prägten das Wochenende. Eine virtuelle Weltreise mit Carsten Alex brachte am Abend viel Leben in die Veranstaltung.

Mitglieder aus dem Arbeitskreis von NetWork.21 stellten die Referenten/innen vor, moderierten die Diskussionsrunden und führten zum Schluss ein selbst entwickeltes Diversity-Coaching ("Welche Qualifikationen biete ich der Wirtschaft?") mit den TeilnehmerInnen durch.

"Ich bin Kölnerin, linksrheinisch und wohne in Hürth. – Ach ja, ich bin ja statistisch eigentlich Türkin mit Migrationshintergrund."

Schon in der Vorstellungsrunde war die Vielfalt der 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beeindruckend. Ihre Eltern oder sie selbst sind geboren in Russland. Italien, China, Deutschland, Türkei, Japan, Indien, Kasachstan, Kroatien, Polen, Peru, Ukraine, Philippinen. So wurde in den Diskussionsrunden nicht nur über persönliche Erfahrungen und Erlebnisse im Berufsleben, sondern auch über das aktuelle Thema "Integration" gesprochen. Deutlich wurde, dass Einzelne auch durch ihre Herkunft eine eigene Vorstellung von Integration entwickelt haben. Eine Chinesin versteht unter Integration etwas anderes als eine Italienerin oder ein Türke. Ein Thema, das ein weiteres Seminar wert wäre!

Engagierte Rückmeldungen

Das Schluss-Feedback fiel ebenfalls vielfältig aus: "Viel 'Diversity'; die zusammenbringt" - "Schade, dass Diversity so negativ beurteilt wird, besonders von Personen, die interkulturelle Erfahrung+Kompetenz besitzen!" - "Chancengleichheit im Unternehmen wurde bestärkt" - "Austausch mit Menschen mit Migrationshintergrund hat mir persönlich viel gebracht" - "Motivation, ich kann es schaffen".

Und was nehmen die Jugendliche aus den Gesprächen für ihre beruflichen und persönlichen Perspektive mit? "Neue Erfahrung und Kenntnisse für das Berufsleben", "Vielfältigkeit von Ansichten", "Motivation besser zu werden", "Die Wirtschaft bietet interessante Arbeitsplätze", "Tipps, offener Lebenslauf, Selbstsicherheit + Offenheit", "Bestärkung auf meinem Berufsweg", "Welche Vorteile ich aus meiner ausländischer Herkunft für meinen Beruf zielen kann", "Es lohnt sich, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen". "Ich hoffe, es gibt bald ein Follow-up-Seminar zu diesem (für mich persönlich) wichtigen Thema."

(Autorin & Foto: Filiz Elüstü)

(Hinweis: Eingeladende Referentinnen und Referenten waren:
Monika Rühl, Leiterin Chance Management und Diversity der Deutschen Lufthansa AG, Frankfurt am Main;
Gesine Eichhorn, Human Resources Manager, SKF Group Demand Chain, Göteburg;
Carsten Alex, Coach und Autor, Berlin;
Feridun Keskin M. A., Expert Visual Media Internationale Unternehmensberatung, München)

 

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Gegen die Zeitfresser

Ein Kompetenztraining zum Zeit- und Selbstmanagement

Sind am Ende des Studiums die – sich bald lösenden – sozialen Kontakte genauso wichtig wie die Bachelor-Arbeit? Ist ein schlechtes Gewissen angebracht, wenn ich während zwei Stunden konzentrierten Arbeitens für Kollegen nicht erreichbar bin? Was bringen Wochenpläne und To-Do-Lists? Wie kann ich auch in stressigen Zeiten konsequent abschalten? Um diese Fragen ging es beim Kompetenztraining "Zeit- und Selbstmanagement" am 15. und 16. März 2008.

Die Zeitfresser waren rasch ausgemacht: ständige Erreichbarkeit durch E-Mails und (Mobil-)Telefon, das Nicht-nein-sagen-Können, das Zuvielvornehmen und der Perfektionismus. Wie wichtig es ist, mit solchen Stolpersteinen umgehen zu lernen, zeigte die Psychologin Svenja Waclawiak in ihrem Vortrag zum Thema Burnout. Der chronische Erschöpfungszustand beeinträchtigt die Konzentrations- und Gedächtnisleistung sowie das Denken überhaupt und geht mit depressiven Verstimmungen, Angst und Verlust von Selbstvertrauen ebenso wie mit einer Schwächung des Immunsystems einher. Als eine Ursache beschrieb Waclawiak ein falsches Zeit- und Selbstmanagement. Ein typisches Muster sei die Kompensation von Misserfolgen durch vermehrtes Engagement. Wer eigene Bedürfnisse wie Pausen, Entspannung und soziale Kontakte nicht beachte und den Beruf zum einzigen Lebensinhalt mache, lebe mit einem hohen Burnout-Risiko. Vorsorgen kann man, indem man immer wieder die eigene Situation reflektiert, "Selbstfürsorge" betreibt und die eigene Freizeit aktiv gestaltet. Nicht zuletzt kann das persönliche Umfeld kann auch als Frühwarnsystem genutzt werden.

Pareto gegen falschen Perfektionismus

Immer wieder die eigenen Ziele und Strategien auf dem Weg dorthin zu prüfen, war ein Kernthema des Trainings. Vorgestellt wurde zum Beispiel das Pareto-Prinzip. Demnach könne in 20 Prozent der Zeit etwa 80 Prozent der Arbeit getan werden, während die restlichen 20 Prozent Arbeit überproportional viel Zeit beanspruchten. Wichtig sei also, den eigenen Perfektionismus zu hinterfragen. Ebenso kritisch betrachtet werden muss der "innere Antreiber": "Sei perfekt! Sei schnell! Mach es allen recht! Streng dich an! Sei stark!", ruft er je nach Persönlichkeit einem Menschen zu – ein Drang, dem man getrost nicht immer nachgeben sollte.

Entspannen war ein weiteres Schlüsselwort. Unter der Anleitung von Barbara Baumann und Mitgliedern des Arbeitskreises konnten die Teilnehmenden verschiedene Entspannungstechniken für sich ausprobieren: Phantasiereisen, progressive Muskelentspannung oder auch Malen – allesamt gute Methoden, eine "Zeit der Stille" zu erleben, um so Ruhe und Geborgenheit dem alltäglichen Stress entgegenzusetzen. Am Ende des Trainings schlossen die Teilnehmenden paarweise Vereinbarungen miteinander und veröffentlichten im Plenum ihre Absichten zu einem besseren Zeit- und Selbstmanagement. Die beliebtesten Ziele: konsequentes Ausschalten externer Störfaktoren beim Arbeiten, aktivere Freizeitgestaltung mit mehr Sport und intensiverer Pflege sozialer Kontakte.

(Autorin: Carola Gruber)

 

 

 

Networking auf der Hannovermesse

Projektleiterinnen besuchen Gender-Kongress

"Potenziale nutzen - Vielfalt erleben" - unter diesem Motto stand der 5. Fachkongress "WoMenPower- Chancengleichheit von Frauen und Männern in Wirtschaft und Forschung", der im Rahmen der Hannover Messe am 25. April. stattfand und mit fast 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Besucherinnenrekord erzielte. Allerdings waren die Männer so wenige, dass sie bei der Eröffnung namentlich begrüßt werden konnten. Eine Erfahrung, die ansonsten eher Frauen in manchen Fachgruppen und Konferenzen erleben.

Die Veranstaltung wurde von Bundesministerin Ursula von der Leyen, der diesjährigen Schirmherrin des Kongresses, mit einer lebendigen und engagierten Rede eröffnet, in der sie die Bedeutung des gesellschaftlichen Wandels für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands unterstrich: "Wir wollen in einem modernen und innovativen Land leben, in dem jeder Frau und jedem Mann eine berufliche Karriere offen steht, in dem wir uns aber auch gemeinsam um Kinder und alte Menschen kümmern. Es ist Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen für diesen gesellschaftlichen Wandel zu schaffen."

Begegnungen gesucht und gefunden

Das Angebot der 28 Workshops war sehr breit, der "Output“ aber allein aufgrund der Größe der Veranstaltungen (z.B. ein Coachingworkshop mit 100 Teilnehmerinnen) eher fragwürdig. (Da loben wir uns doch die Teilnehmer-Begrenzungen bei den NetWork.21-Seminaren!)

Interessant und zum NetWorking einladend waren die Präsentationen und Stände zahlreicher Organisationen, Initiativen und Projekte im Rahmen des Kongresses. Hier konnten wir z.B. mit anderen Anbieterinnen von Mentoringprogrammen Erfahrungen und Infos austauschen und Ansprechpartnerinnen persönlich kennen lernen. So fanden wir für das Kompetenztraining "Mit Stil und Etikette" in Andrea Juchem-Fiedler eine Trainerin. Auch manche alte Bekannte und sogar Olga Michel (Mentee aus der 2. Phase des Projektes) traf frau an diesem Tag ganz ungeplant.

Mit Blick auf das NetWorking hat sich der Besuch auf alle Fälle gelohnt und die schmerzenden Füße nach einem langen Tag waren schnell wieder vergessen. Wer auch einmal Lust hat, den "WoMenPower-Kongress" zu besuchen, sollte sich den 24. April 2009 notieren, denn dann startet der 6. Fachkongress im Rahmen der Hannovermesse..

(Autorinnen: Barbara Baumann & Filiz Elüstü)

 

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Jetzt schon: Werben und bewerben

Dritter Mentoring-Zyklus steht vor der Tür

Bald ist es wieder so weit: Ende August wird NetWork.21 offiziell den 3. Mentoringzyklus ausschreiben. Aber bewerben können sich interessierte Mentees, Mentorinnen und Mentoren schon jetzt. Und alle Projekt-Beteiligte können die Werbetrommel rühren!

So sieht der Terminplan aus: Ende August wird es wieder Anzeigen, Anschreiben und Aufrufe im Internet geben. Wer in 2009 den Übergang vom Studium in das Berufsleben plant, kann sich bei NetWork.21 als Mentee bewerben. Auch Mentorinnen und Mentoren werden wieder gesucht. Die Bewerbungs-Frist läuft bis zum 30. Oktober. Bewerbungen werden aber auch jetzt schon angenommen.

Im November werden die Bewerbungen ausgewertet und die Tandems gebildet. Im Dezember finden die Vorbereitungsseminare für Mentees und MentorInnen statt, im Januar 2009 die gibt es wieder eine offizielle Auftaktkonferenz. (s.u. "Termine") Wer immer potentielle BewerberInnen kennt, möge diese Nachricht verbreiten.

 

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Termine

6. bis 7. September 2008 (Sa.-So.)
"Verkaufe ich meine Seele?" Individuelles Wertesystem und Unternehmensleitbilder
Ort: Thomas-Morus-Akademie, Bensberg/ Kardinal-Schulte-Haus

13. bis 14. September 2008 (Sa.-So.)
Bilder sagen mehr als Worte … Fotomatrix zum Projekt NetWork.21
Ort: tba

4. bis 5. Oktober 2008 (Sa.-So.)
Fortbildung für den Arbeitskreis NetWork.21
Ort: Thomas-Morus-Akademie, Bensberg/ Kardinal-Schulte-Haus

11. bis 12. Oktober 2008 (Sa.-So.)
"Wir sind Deutschland …"
Open Space Konferenz der Zielgruppe von NetWork.21
Ort: Thomas-Morus-Akademie, Bensberg/ Kardinal-Schulte-Haus

25. bis 26. Oktober 2008 (Sa.-So.)
Bilanztagung des 2. Mentoring-Zyklus
Ort: Thomas-Morus-Akademie, Bensberg/ Kardinal-Schulte-Haus

6. bis 7. Dezember 2008 (Sa.-So.)
Vorbereitungsseminar der Mentees des 3. Zyklus
Ort: Thomas-Morus-Akademie, Bensberg/ Kardinal-Schulte-Haus

13. bis 14. Dezember 2008 (Sa.-So.)
Vorbereitungsseminar der MentorInnen des 3. Zyklus
Ort: Thomas-Morus-Akademie, Bensberg/ Kardinal-Schulte-Haus

24. bis 25. Januar 2009 (Sa.-So.)
Auftaktveranstaltung 3. Mentoring-Zyklus
Ort: Thomas-Morus-Akademie, Bensberg/ Kardinal-Schulte-Haus


Folgende Seminare sind noch in Planung (ohne Termin):
Bitte beachten Sie die aktuellen Terminhinweise auf der Homepage.

Höher, schneller, besser
Zwang zur Modellbiographie für BerufseinsteigerInnen?

Dialogveranstaltung von NetWork.21 und Führungskräften der Deutsche Bahn AG
Kooperationsveranstaltung mit der DB in Berlin

Welche Rolle spielt die Religion?
Persönliche und gesellschaftliche Perspektiven der Transkulturalität

 

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Förderung

NetWork.21 wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union.

 

Übrigens

Kennen Sie Kollegen oder Freunde, die auch Interesse am Programm von NetWork.21 haben? Dann leiten Sie diese Informationen gerne weiter

 

Abonnement

Ihre Einstellungen für diesen Newsletter können Sie hier ändern: http://www.projekt-network21.com/?sub=10&cid=3. Wir speichern Ihre Daten ausschließlich für die Zwecke der Thomas-Morus-Akademie und geben sie nicht an Dritte weiter.

 

Impressum

Herausgeber: Thomas-Morus-Akademie Bensberg
Redaktion: Dr. Wolfgang Isenberg, Akademiedirektor (VisdP), Dr. Gregor Taxacher
Overather Straße 51-53
51429 Bergisch Gladbach
Telefon 0 22 04 - 40 84 72
Fax 0 22 04 - 40 84 20
www.tma-bensberg.de
akademie@tma-bensberg.de

 

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